Kreuzbandverletzungen

 

Vorderer Kreuzbandriss

Das vordere Kreuzband zählt neben den beiden Seitenbändern und dem hinteren Kreuzband zu den wichtigsten Stabilisatoren des Kniegelenkes. Beim Riss dieses Bandes wird das Gelenk instabil und kann weiteren Schaden nehmen. Typischerweise betrifft dies insbesondere den Innenmeniskus und die Knorpelschicht des Kniegelenkes und kann im Laufe der Zeit zu einer erheblichen Arthrose führen.

Vorderer Kreuzbandriss

Beschwerden

Typisch ist ein Verdrehtrauma des Knies beim Sport (insbesondere Fußball und Skifahren) oder im Alltag mit anschließender Schwellung und erheblichen Schmerzen. Bei alten unbehandelten Verletzungen kann es schon bei alltäglichen Bewegungen wie schnellem Treppablaufen zu Instabilitätsgefühlen und einem Wegknicken des Beines kommen.

Diagnose

Die Diagnose wird über die körperliche Untersuchung und Kernspintomografie gestellt.

Therapie

In aller Regel wird ein frisch gerissenes Kreuzband bei jüngeren Patienten/-innen operativ behandelt. Bei diesem als Kreuzbandplastik bezeichneten Verfahren wird das gerissene Band mit einer Sehne aus dem Oberschenkel (Semitendinosussehne) oder dem Kniescheibensehne (Ligamentum patellae) ersetzt. Bei beiden Verfahren wird also ein Band durch eine Sehne ersetzt. Unser Körper ist in der Lage, diese Sehne wieder in ein Band umzuwandeln. Während dieses Prozesses durchläuft das Transplantat eine Umbauphase mit verminderter Zugfestigkeit. Hieraus erklärt sich der erforderliche mindestens sechsmonatige Verzicht auf kniebelastende Sportarten nach dem Eingriff.

Kreuzband - Operation

Bei älteren Verletzungen des Kreuzbandes muss je nach Alter des Patienten, sportlicher Ambition, Vorliegen von Arthrosen und anderen Kriterien in einer ausführlichen Beratung über operatives oder nicht operatives Vorgehen entschieden werden.
Die Operation erfolgt arthroskopisch über zwei minimale Einschnitte. Zusätzlich muss zur Entnahme der jeweils verwendeten Sehne ein weiterer Hautschnitt erfolgen. Bei der von uns derzeitig vorwiegend angewandten Technik mit der Semitendinosussehne beträgt dieser nur wenige Zentimeter. Das Transplantat wird mit resorbierbaren Materialien und kleinen Metallimplantaten, die nicht entfernt zu werden brauchen, fest im Gelenk verankert, so dass schon kurz nach der Operation mit Krankengymnastik begonnen werden kann.

Nachbehandlung

Die korrekte Nachbehandlung ist bei diesem Eingriff von großer Bedeutung und mitentscheidend für das Endergebnis.
Aus diesem Grunde erhalten alle unsere Patienten bereits vor der Operation eine ausführliche Anleitung für sich und den jeweils behandelnden Krankengymnasten; zudem erfolgen regelmäßige Kontrollen durch den behandelnden Arzt.
Dieser entscheidet auch in Zusammenarbeit mit dem Krankengymnast/-in über die meist schon nach 6 bis 8 Wochen mögliche Aufnahme von vorsichtigem und knieschonendem Sport (Lauftraining, Radfahren, Schwimmen).
Während der ersten sechs Monate stellen kniebelastende Sportarten (alle Ballsportarten, besonders Fußball, Skifahren, Tennis, Squash u.a.) wegen des Umbaus der eingesetzten Sehne zu einem Band eine erhebliche Gefährdung des Transplantates dar und sollten unterbleiben.

Hinterer Kreuzbandriss

Die Verletzung des hinteren Kreuzbandes ist ein im Vergleich zum vorderen Kreuzbandriss deutlich seltener auftretendes Ereignis. Wegen der unterschiedlichen anatomischen Voraussetzungen kann bei der hinteren Kreuzbandverletzung jedoch wesentlich häufiger eine nicht operative Behandlung erfolgen. Das jeweils optimale Vorgehen wird der Behandelnde Arzt nach Abschluss der Diagnostik mit Ihnen besprechen.
Die operative Therapie erfolgt analog zum vorderen Kreuzband mit einem Sehnentransplantat. Die Nachbehandlung gestaltet sich hier allerdings aufwendiger und langfristiger.