Wenn der große Zeh aus der Reihe tanzt

Hallux valgus

Hallux valgus ist eine Fehlstellung der großen Zehe, die durch eine Drehung und Verschiebung des Grundgelenks nach außen gekennzeichnet ist. Diese Erkrankung wird häufig genetisch vererbt und kann durch Faktoren wie unpassendes Schuhwerk, Übergewicht oder berufliche Belastung verstärkt werden. Anfangs können konservative Maßnahmen helfen, doch bei fortgeschrittenem Hallux valgus ist meist eine Operation erforderlich. Es gibt verschiedene Operationsmethoden, die je nach Schweregrad der Fehlstellung zum Einsatz kommen.  

Überblick

Hallux valgus, die Fehlstellung der großen Zehe, ist eine häufige Fußdeformität, die nicht nur das äußere Erscheinungsbild, sondern auch die Funktionalität des Fußes beeinträchtigen kann. Die Erkrankung beginnt in der Regel mit einer leichten Drehung der Zehe und verschlechtert sich im Laufe der Zeit. Verschiedene äußere und genetische Faktoren begünstigen die Entstehung eines Hallux valgus. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer. Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung und umfasst sowohl konservative als auch operative Therapieoptionen.

Symptome

Zu Beginn macht sich ein Hallux valgus häufig durch Schmerzen am Großzehenballen, eine zunehmende Verbreiterung des Fußes und die Bildung von Hornhaut oder Hühneraugen bemerkbar. Eine äußere Wölbung am Gelenk ist sichtbar, und es können Schwellungen und Rötungen auftreten. Im fortgeschrittenen Stadium führen die Fehlstellung und der Druck auf das Gelenk zu weiteren Beschwerden, einschließlich entzündlicher Prozesse und Bewegungseinschränkungen.

Diagnostik

Die Diagnose eines Hallux valgus erfolgt meist durch die Untersuchung des Fußes, bei der die Fehlstellung visuell und durch Abtasten des Gelenks erkannt wird. Ein Röntgenbild des Fußes im Stand gibt Aufschluss über den Schweregrad der Deformität und die Gelenkveränderungen. Zusätzliche Verfahren wie die Pedographie (Fußdruckmessung) können zur genauen Planung einer Operation beitragen, indem sie die Druckverteilung auf dem Fuß dokumentieren.

Therapie

Im Frühstadium wird ein Hallux valgus konservativ behandelt. Hierzu gehören Maßnahmen wie das Tragen von Nachtschienen, Einlagen oder Schaumgummikeilen, die die Zehe in eine neutralere Position bringen. Wenn diese Maßnahmen nicht mehr ausreichen und Schmerzen sowie Druckstellen auftreten, ist eine operative Korrektur erforderlich. Es gibt viele verschiedene Operationsmethoden, die je nach Schweregrad der Fehlstellung zum Einsatz kommen, nachfolgend eine Auswahl:

  • Reverdin-Umstellungsoperation: Geeignet für milde bis moderate Fehlstellungen, bei der der Knochen mit einem bioresorbierbaren Implantat fixiert wird.
  • Basisnahe Umstellungsoperation: Für höhere Fehlstellungen wird eine Kombination aus Weichteil- und Knochenkorrektur durchgeführt, bei der eine stabile Titanplatte eingesetzt wird.
  • Lapidus-Arthrodese: Bei extremen Fällen mit Instabilität der Fußwurzelgelenke, bei denen eine Stabilisation erforderlich ist.
  • Akin-Osteotomie: Korrigiert eine begleitende Fehlstellung der Zehe (Hallux interphalangeus) durch Entfernen eines Keils aus dem Grundglied der Zehe.

Nach der Operation erfolgt eine Heilungsphase von etwa sechs Wochen, in der der Fuß in einem speziellen Therapieschuh entlastet wird. Eine Physiotherapie und Lymphdrainage unterstützen die Heilung und fördern die Beweglichkeit des Fußes. Während dieser Zeit kann der Patient den Fuß schrittweise wieder belasten, jedoch sollte das Autofahren vermieden werden. Nach Abschluss der Heilungsphase können normale Schuhe getragen werden, wobei unbequeme oder zu enge Schuhe vermieden werden sollten. Erfolgreiche Operationen führen in der Regel zu einer dauerhaften Behebung der Fehlstellung, sodass der Hallux valgus nicht wieder auftritt.

Die Basis stabilisieren

Fußchirurgie

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