Die gestörte Durchblutung

Hüftkopfnekrose

Die Hüftkopfnekrose ist eine Erkrankung, bei der der Hüftkopf durch eine gestörte Durchblutung abstirbt. Dies führt zu einer fortschreitenden Zerstörung des Gelenks, was starke Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursacht. Die Behandlung variiert je nach Stadium der Erkrankung und reicht von konservativen Maßnahmen bis hin zu operativen Eingriffen wie einer Hüftgelenkprothese. Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend für den Behandlungserfolg.

Überblick

Die Hüftkopfnekrose (Femurkopfnekrose) ist eine schwere Erkrankung des Hüftgelenks, bei der der Hüftkopf aufgrund einer gestörten Blutversorgung absterben kann. Dies führt zu einer schrittweisen Zerstörung des Hüftgelenks, was die Funktion des Gelenks beeinträchtigt und mit starken Schmerzen verbunden ist. Die Ursachen können vielfältig sein. Man unterscheidet hierbei eine primäre von einer sekundären Form. Bei der primären ist die Ursache unbekannt (idiopathische Form), diese betrifft vor allem Männer im mittleren Alter. Bei der sekundären Form entsteht die Hüftkopfnekrose auf dem Boden anderer Erkrankungen wie Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen, oder aufgrund eines Knochenschadens nach Strahlen-, Chemo- oder Kortisontherapie.

Symptome

In den frühen Stadien ist die Hüftkopfnekrose häufig schmerzfrei oder verursacht nur leichte, belastungsabhängige Schmerzen. Diese werden meist in der Leiste oder an der Oberschenkelvorderseite verspürt und können in das Knie ausstrahlen. Im fortgeschrittenen Stadium nehmen die Schmerzen zu und es kommt zu Bewegungseinschränkungen. Wenn der Hüftkopf vollständig kollabiert, treten starke, konstante Schmerzen auf. Eine Hüftkopfnekrose kann auch beidseitig auftreten.

Diagnostik

Die Diagnose einer Hüftkopfnekrose beginnt mit einer gründlichen Anamnese und Untersuchung. Der*die Patient*in beschreibt die Beschwerden, und der*die Ärzt*in testet die Beweglichkeit und Schmerzempfindlichkeit des Gelenks. Bei fortgeschrittenen Stadien kann eine Gangbildanalyse sinnvoll sein. Bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen, MRT (Magnetresonanztomografie) und manchmal auch eine CT (Computertomografie) sind erforderlich, um die Diagnose zu bestätigen und das Ausmaß der Gelenkveränderungen zu beurteilen.

Therapie

Je nach Stadium der Hüftkopfnekrose gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten. In den frühen Stadien sind konservative Maßnahmen wie Schmerzmedikation, Physiotherapie und das Vermeiden von Belastungen hilfreich. Ein Aufbau der Muskulatur, um das Gelenk zu stabilisieren, ist ebenfalls wichtig. Unterstützend können Unterarmgehstützen verwendet werden, um das Hüftgelenk zu entlasten und eine weitere Schädigung zu vermeiden.

Im fortgeschrittenen Stadium ist eine operative Behandlung erforderlich. Eine Option ist die Core Decompression, bei der der Hüftkopf angebohrt wird, um den Druck im Knochen zu verringern und die Durchblutung zu fördern. Bei kleineren Defekten kann auch Knochenersatz oder körpereigenes Knochengewebe transplantiert werden.

Wenn die Erkrankung weiter fortschreitet und der Hüftkopf stark beschädigt ist, kommt eine Umstellungsosteotomie in Betracht. Dabei wird die Achse des Oberschenkels so verändert, dass die abgestorbenen Bereiche des Hüftkopfes aus der Belastung des Gelenks herausgedreht werden.

In den schwersten Fällen, bei vollständigem Einbruch des Hüftkopfes, kann eine Hüft-Totalendoprothese (Hüft-TEP) notwendig werden, bei der das gesamte Gelenk durch ein künstliches Hüftgelenk ersetzt wird.

Nach der Operation ist eine entsprechende Rehabilitation wichtig. Nach minimalinvasiven Eingriffen wie der Core Decompression oder Umstellungsosteotomie muss das operierte Bein in der Regel für einige Wochen nur teilbelastet werden. Unterarmgehstützen sind notwendig, und eine schrittweise Belastungssteigerung erfolgt unter physiotherapeutischer Anleitung. Bei einer Hüftgelenkprothese kann die vollständige Belastung bereits am ersten Tag nach der Operation erfolgen, abhängig vom eingesetzten Implantat.

Die Auswahl der richtigen Therapie hängt vom individuellen Zustand des*der Patient*in ab und sollte in enger Absprache mit dem*der behandelnden Ärzt*in erfolgen.