Kniescheibe auf Abwegen

Achillessehnenverletzung

Patellaluxationen, bei denen die Kniescheibe aus ihrer normalen Position springt, treten sowohl traumatisch (durch Unfall) als auch habituell (wiederholt ohne äußere Einwirkung) auf. Akute Patellaluxationen erfordern eine sofortige Behandlung, um die Kniescheibe wieder in ihre richtige Position zu bringen. Die Therapie reicht von konservativen Maßnahmen wie Physiotherapie und Bandagen bis hin zu operativen Eingriffen, insbesondere wenn die Instabilität chronisch wird. Die operative Behandlung konzentriert sich oft auf die Rekonstruktion des stabilisierenden Bandes (Mediales Patellofemorales Ligament (MPFL)) und die Wiederherstellung der Kniescheibenstabilität.

Überblick

Die Patella (Kniescheibe) ist ein wichtiger Bestandteil des Kniegelenks und sorgt durch ihre Bewegung für eine reibungslose Funktion der Gelenkstreckung und -beugung. Bei einer Patellaluxation springt die Kniescheibe entweder durch direkte Gewalteinwirkung oder aufgrund einer strukturellen Instabilität aus ihrer ursprünglichen Position. Traumatische Patellaluxationen treten häufig nach Unfällen auf, während habituelle Patellaluxationen, bzw. Patellainstabilität durch Fehlbildungen oder unzureichend verheilte Verletzungen verursacht werden. Instabilität kann durch eine Bindegewebsschwäche, Beinfehlstellungen wie X-Beine oder muskuläre Dysbalancen begünstigt werden. Chronische Instabilität mit wiederholten Luxationen kann langfristig zu Knorpelschäden führen.

Symptome

Bei einer traumatischen Patellaluxation kommt es zu akutem Schmerz und vollständigem Verlust der Belastungsfähigkeit des Knies, häufig begleitet von sichtbarer Verlagerung der Kniescheibe nach außen. Bei habitueller Patellaluxation tritt das Herausspringen der Kniescheibe ohne äußere Gewalteinwirkung auf, wobei die Patella meistens selbständig wieder in ihre Position zurückkehrt. Die Beschwerden klingen in der Regel schnell ab, können sich jedoch wiederholt einstellen, besonders bei alltäglichen Bewegungen oder sportlicher Aktivität. Charakteristische Symptome sind Schmerzen im vorderen Kniebereich, Instabilitätsgefühl und Bewegungseinschränkungen, insbesondere beim Bergabgehen.

Diagnostik

Die Diagnose einer Patellaluxation erfolgt zunächst durch eine klinische Untersuchung sowie Röntgenaufnahmen zur Beurteilung der Knochenstrukturen. Zur genaueren Einschätzung der Begleitverletzungen, insbesondere von Knorpelschäden, wird eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt. Bei Verdacht auf weitergehende Schädigungen kann eine Arthroskopie (Gelenkspiegelung) zur genaueren Untersuchung und gegebenenfalls gleichzeitigen Behandlung erfolgen.

Therapie

Die Therapie richtet sich nach der Ursache und Häufigkeit der Patellaluxationen:

Traumatische Patellaluxation: In der Regel wird die Kniescheibe durch manuelle Reposition wieder in ihre richtige Position gebracht, entweder spontan am Unfallort oder unter Narkose in der Klinik. Die weitere Therapie umfasst in der Regel eine Operation zur Reparatur der beschädigten Kapsel- und Bandstrukturen sowie die Versorgung von Begleitverletzungen. Danach ist eine mehrwöchige Ruhigstellung mit einer Schiene erforderlich, um das Knie zu stabilisieren und die Heilung zu unterstützen.

Habituelle Patellaluxation: Zunächst kann ein konservativer Ansatz mit Physiotherapie zur Stärkung der stabilisierenden Muskeln und das Tragen einer Kniebandage versucht werden. Sollte dieser Ansatz erfolglos sein, ist eine operative Therapie notwendig. Die Eingriffe beinhalten je nach Ursache der Instabilität eine Rekonstruktion des Kapsel- und Bandapparates sowie in einigen Fällen auch Anpassungen am knöchernen Ansatz des Kniescheibenbandes. Eine Schienenruhigstellung nach der Operation ist meist erforderlich.