Die Gelenkssprengung

Schultereckgelenks-verletzungen

Schultereckgelenksverletzungen entstehen meist durch Stürze oder Unfälle, bei denen die Bandstrukturen zwischen Schlüsselbein und Schulter beschädigt werden. Dies führt zu Schmerzen, Schwellungen und in schweren Fällen zu einer Schultereckgelenksprengung mit sichtbarer Fehlstellung des Schlüsselbeins. Die Diagnose erfolgt durch klinische Untersuchung und bildgebende Verfahren. Während leichte Verletzungen konservativ behandelt werden, erfordert eine komplette Bandruptur oft eine Operation, um die Stabilität des Gelenks wiederherzustellen. 

Überblick

Das Schultereckgelenk (AC-Gelenk) verbindet das Schlüsselbein mit dem Schulterblatt und spielt eine wichtige Rolle bei der Kraftübertragung auf das Schultergelenk. Verletzungen dieses Gelenks treten häufig durch Stürze auf die Schulter oder direkte Schläge auf das Schlüsselbein auf. Je nach Schweregrad können die stabilisierenden Bänder teilweise oder vollständig reißen, was zu einer Instabilität und einer sichtbaren Hochstellung des Schlüsselbeins führen kann. 

Symptome

Typische Anzeichen einer Schultereckgelenksverletzung sind starke Schmerzen im Bereich des betroffenen Gelenks, eine Schwellung sowie Bewegungseinschränkungen. In schweren Fällen tritt das sogenannte „Klaviertasten-Phänomen“ auf, bei dem das Schlüsselbein nach oben gedrückt wird und sich durch Druck kurzzeitig herunterdrücken lässt, aber sofort wieder in die Fehlstellung zurückspringt. Häufig sind auch Blutergüsse und Hautabschürfungen vorhanden. 

Diagnostik

Die Diagnose basiert auf einer klinischen Untersuchung, bei der die Stabilität des Gelenks überprüft wird. Zusätzlich werden bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Magnetresonanztomografie (MRT) eingesetzt, um das Ausmaß der Bandverletzungen und eventuelle knöcherne Schäden zu beurteilen. 

Therapie

Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Verletzung. Bei leichteren Bandzerrungen oder Teilrissen steht die konservative Therapie im Vordergrund, die aus Schmerzmedikation, Ruhigstellung der Schulter mit einer Schlinge und physiotherapeutischen Maßnahmen zur Wiederherstellung der Beweglichkeit und Stabilität besteht. 

Bei vollständigen Bandrupturen mit ausgeprägter Fehlstellung des Schlüsselbeins kann eine operative Stabilisierung erforderlich sein. In frischen Fällen (innerhalb drei Wochen nach dem Trauma) erfolgt die Rekonstruktion oft minimalinvasiv-arthroskopisch, wobei das Schlüsselbein mit speziellen Fixationssystemen wieder anatomisch korrekt befestigt wird. Bei länger bestehenden oder unbehandelten Verletzungen sind häufig offene Operationsverfahren notwendig, bei denen die stabilisierenden Bänder rekonstruiert werden (biologische Augmentation). Nach einer Operation folgt eine gezielte physiotherapeutische Nachbehandlung, um die Schulterfunktion vollständig wiederherzustellen. 

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