Eine Verletzung des Bizepssehnenankers

SLAP-Läsion

Die SLAP-Läsion bezeichnet eine spezifische Verletzung des oberen Knorpelrings (Labrum) an der Schulterpfanne, exakt dort, wo die lange Bizepssehne entspringt. Sie entsteht häufig durch Stürze auf den ausgestreckten Arm oder durch chronische Überlastung bei Überkopfsportarten und äußert sich durch tief sitzende Schmerzen sowie ein „Knacken“ oder Blockieren im Gelenk. Während leichte Formen konservativ mittels Physiotherapie behandelt werden, erfordern instabile Risse – insbesondere bei jungen, aktiven Patienten – oft eine operative Refixation oder eine Verlagerung der Bizepssehne (Tenodese).

Überblick

Die Pathologie des superioren Labrum-Bizeps-Anker-Komplexes, international als SLAP-Läsion (Superior Labrum Anterior to Posterior) klassifiziert, stellt eine der komplexesten Diagnosen in der modernen Schulterorthopädie dar.

Ursprünglich als reine Sportverletzung bei jungen Überkopfathleten (Baseball, Volleyball, Tennis) angesehen, zeigt die moderne Datenlage ein breiteres Bild. Zwar sind Athleten durch den repetitiven Stress besonders gefährdet, jedoch steigt die Inzidenz degenerativer SLAP-Läsionen mit dem Alter signifikant an.

Symptome

Der Schmerz wird von Patienten oft als „tief im Gelenk“ (deep seated pain) beschrieben, der sich schwer lokalisieren lässt. Die Schmerzen treten typischerweise bei Überkopfbewegungen auf (z. B. Aufschlag beim Tennis, Decken streichen), sowie Ausstrahlung in den vorderen Oberarm entlang der langen Bizepssehne (Bizeps-Groove).

Da es sich um einen Riss einer Gelenkstruktur handelt, treten mechanische Phänomene auf wie ein hör- und spürbares Knacken oder Schnappen bei Bewegungen, oft begleitet von Schmerz, Locking (Blockade), oder das Gefühl, die Schulter sei „locker“ oder instabil, ohne dass sie tatsächlich luxiert.  

Diagnostik

Die Diagnose erfolgt über eine Kombination aus einer gründlichen klinischen Untersuchung und bildgebenden Verfahren wie der Magnetresonanztomografie (MRT), die mit Kontrastmitteln die genauen Schäden am Labrum und an der Bizepssehne sichtbar macht. Auch arthroskopische Diagnostik kann zur Bestätigung herangezogen werden. 

Therapie

Die Behandlung beginnt meist konservativ mit einer Kombination aus körperlicher Schonung, entzündungshemmenden Medikamenten und Physiotherapie, was bei vielen Patienten ausreicht. Eine Operation ist dann indiziert, wenn die konservative Therapie nach einigen Monaten scheitert oder bei instabilen Risse. Nach dem Eingriff folgt eine Rehabilitation zur Wiederherstellung der Beweglichkeit und Kraft der Schulter.

Kleiner Eingriff - große Wirkung

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