Ein plötzlicher Knall

Achillessehnenverletzung

Ein Achillessehnenriss ist eine schwerwiegende Verletzung, die meist durch eine plötzliche, kräftige Anspannung der Wadenmuskulatur entsteht, insbesondere bei bereits vorgeschädigter Sehne. Typischerweise tritt der Riss mit einem lauten, peitschenknallartigen Geräusch auf und führt zu starken Schmerzen sowie einer erheblichen Bewegungseinschränkung des betroffenen Beins. Die Behandlung kann konservativ oder operativ erfolgen. Während sich bei weniger aktiven Personen eine nicht-operative Therapie als sinnvoll erweisen kann, wird bei jungen und sportlich aktiven Menschen meist eine operative Versorgung bevorzugt, oft mit minimalinvasiven Techniken. Die Nachbehandlung umfasst eine gezielte Ruhigstellung, frühfunktionelle Mobilisation und eine intensive Physiotherapie zur Wiederherstellung der Beweglichkeit und Muskelkraft.

Überblick

Die Achillessehne ist die kräftigste Sehne des menschlichen Körpers und verbindet die Wadenmuskulatur mit der Ferse. Sie spielt eine entscheidende Rolle bei der Fußbewegung, insbesondere beim Gehen, Laufen und Springen, da sie die kraftvolle Beugung des Fußes in Richtung der Fußsohle ermöglicht. Trotz ihrer enormen Belastbarkeit kann die Achillessehne durch wiederholte Mikroverletzungen, Über- oder Fehlbelastungen geschwächt werden, was das Risiko eines Risses erhöht. Besonders betroffen sind Männer im dritten bis vierten Lebensjahrzehnt, insbesondere aktive Freizeit- und Leistungssportler.

Symptome

Ein Achillessehnenriss tritt in der Regel plötzlich auf und ist durch ein deutlich hörbares, peitschenknallartiges Geräusch gekennzeichnet. Betroffene verspüren einen stechenden Schmerz in der Wade oder im Bereich oberhalb der Ferse. Häufig berichten Patient*innen von dem Gefühl, als sei ihnen jemand von hinten gegen die Ferse getreten. Direkt nach dem Riss ist die aktive Beugung des Fußes nur noch eingeschränkt möglich, was das Gehen und insbesondere das Abstoßen vom Boden erheblich erschwert. Eine sichtbare Delle im Bereich der gerissenen Sehne sowie eine deutliche Schwellung und Blutergüsse sind weitere typische Symptome.

Diagnostik

Die Diagnose erfolgt zunächst anhand der typischen Symptome und einer klinischen Untersuchung. Der*die Ärzt*in testet die Funktion der Achillessehne mit spezifischen Untersuchungen, wie dem Thompson-Test: Dabei wird die Wade zusammengedrückt, was bei einer intakten Sehne zu einer Bewegung des Fußes führt. Bleibt diese Bewegung aus, spricht dies für einen Riss. Zur Bestätigung kann eine Ultraschalluntersuchung oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) durchgeführt werden, insbesondere bei unklaren Fällen oder zur Beurteilung des Rissverlaufs und der Sehnenstruktur.

Therapie

Die Behandlung eines Achillessehnenrisses kann konservativ oder operativ erfolgen, wobei die Entscheidung individuell je nach Alter, Aktivitätsniveau und Rissausmaß getroffen wird.

Insbesondere bei weniger aktiven Patient*innen oder bei nicht vollständigen Rissen kann eine konservative Therapie in Betracht gezogen werden. Sie umfasst eine funktionelle Ruhigstellung in einer speziellen Schiene oder einem Spezialschuh, um die Sehnenheilung zu ermöglichen. Eine frühzeitige physiotherapeutische Begleitung hilft, die Muskulatur zu erhalten und die Beweglichkeit zu fördern.

Bei jungen, sportlich aktiven Menschen wird in der Regel eine Operation bevorzugt, da sie eine sichere Annäherung der Sehnenstümpfe ermöglicht und das Risiko eines erneuten Risses verringert. Moderne minimalinvasive Techniken erlauben die Wiederherstellung der Sehne durch kleine Hautschnitte, was eine schnellere Heilung und geringere Komplikationsraten mit sich bringt.

Die Nachbehandlung erfolgt mit einer speziellen Schiene oder einem Spezialschuh, der eine schrittweise Reduzierung der Fersenabsenkung ermöglicht. Eine frühfunktionelle Mobilisation wird angestrebt, um eine möglichst schnelle Rückkehr zur normalen Belastbarkeit zu erreichen. Begleitende Physiotherapie ist für mehrere Monate erforderlich, um Kraft, Beweglichkeit und Koordination wiederherzustellen.