Wenn jeder Schritt schmerzt

Arthrose im Sprunggelenk

Die Arthrose des oberen Sprunggelenks ist eine degenerative Erkrankung, die durch den Abbau des Gelenkknorpels verursacht wird. Häufig entsteht sie als Spätfolge von Verletzungen wie Knochenbrüchen oder Bandrissen, kann aber auch durch altersbedingten Verschleiß auftreten. Die Erkrankung führt zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und einer zunehmenden Beeinträchtigung der Mobilität. Die Behandlung umfasst konservative Maßnahmen wie orthopädische Schuhe, Physiotherapie und Hyaluronsäure-Injektionen sowie operative Eingriffe, darunter Arthroskopien, den Einsatz eines künstlichen Gelenks oder eine Versteifung des Sprunggelenks. Welche Therapie am besten geeignet ist, hängt von der individuellen Situation der Patient*innen ab.

Überblick

Das obere Sprunggelenk ist bei jeder Bewegung enormen Belastungen ausgesetzt, da es das gesamte Körpergewicht trägt. Dadurch ist es besonders anfällig für Verschleißerscheinungen. Arthrose in diesem Bereich kann sich schleichend entwickeln oder als Folge von Verletzungen auftreten, die die Belastungsverhältnisse im Gelenk verändern. Im Verlauf der Erkrankung kommt es zum zunehmenden Abbau des Gelenkknorpels, wodurch die Gelenkflächen nicht mehr reibungslos aufeinander gleiten können. Dies führt zu Schmerzen, Entzündungen und einer eingeschränkten Beweglichkeit des Fußes, was den Alltag und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen kann.

Symptome

Zu den typischen Symptomen der Sprunggelenksarthrose gehören belastungsabhängige Schmerzen, die mit fortschreitender Erkrankung auch in Ruhe auftreten können. Die Beweglichkeit des Gelenks ist zunehmend eingeschränkt, insbesondere das Abrollen des Fußes wird erschwert. Häufig kommt es zu Schwellungen und einer Morgensteifigkeit, die sich nach längerer Bewegung zwar etwas bessern kann, im weiteren Verlauf jedoch bestehen bleibt. Zusätzlich können sich knöcherne Anbauten (Osteophyten) bilden, die für weitere Reibung und Schmerzen sorgen. In einigen Fällen führt die Arthrose zu einem Instabilitätsgefühl, da der fortschreitende Knorpelverlust die natürliche Gelenkführung beeinträchtigt. In fortgeschrittenen Stadien kann die Erkrankung eine erhebliche Einschränkung der Mobilität mit sich bringen.

Diagnostik

Die Diagnose wird durch eine ausführliche Anamnese und klinische Untersuchung gestellt. Dabei werden die Beweglichkeit des Gelenks sowie mögliche Schmerzpunkte und Instabilitäten überprüft. Bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen zeigen den Knorpelabbau, knöcherne Anbauten und eventuelle Fehlstellungen. Um das Ausmaß der Knorpelschädigung genauer zu bestimmen, kann in bestimmten Fällen eine Magnetresonanztomografie (MRT) notwendig sein.

Therapie

Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Arthrose und den individuellen Beschwerden der Patient*innen. In frühen Stadien können konservative Maßnahmen die Symptome lindern und das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen. Orthopädische Maßschuhe mit Abrollsohle helfen, die Belastung des Gelenks zu reduzieren. Physiotherapeutische Übungen können die Gelenkfunktion verbessern und die umliegende Muskulatur stärken. Zur Schmerztherapie kommen entzündungshemmende Medikamente oder Hyaluronsäure-Injektionen in das Gelenk infrage, um die Gleitfähigkeit zu verbessern und die Knorpelstruktur zu stabilisieren.

Wenn konservative Maßnahmen nicht mehr ausreichen, stehen verschiedene operative Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Eine arthroskopische Gelenkspiegelung kann helfen, knöcherne Anbauten am Sprung- oder Schienbein zu entfernen, um die Beweglichkeit zu verbessern. Kleinere Knorpeldefekte können dabei geglättet oder durch Mikrofrakturierung zur Regeneration angeregt werden. In fortgeschrittenen Fällen kann ein künstliches Sprunggelenk eingesetzt werden, ähnlich wie bei Knie- oder Hüftgelenksarthrose, um die Beweglichkeit zu erhalten und die Schmerzen dauerhaft zu lindern. Falls dies nicht mehr möglich ist, kann eine Versteifung des Sprunggelenks eine weitere Option darstellen. Dieser Eingriff wird häufig minimalinvasiv durchgeführt und führt in der Regel zu einer Schmerzfreiheit, allerdings auf Kosten der Beweglichkeit. Welche Therapie im individuellen Fall am besten geeignet ist, wird in einem ausführlichen Gespräch gemeinsam entschieden.